Voleurs haben ihr Debutalbum sozusagen über den Wolken geschrieben,
nämlich im 19. Stockwerk eines kölner Hochhauses, auf 20 qm, die ganze
Stadt im Blick. Das ist wohl ein Grund dafür, dass ihre Musik
etwas abseits steht, sehr eigen ist und doch jedem irgendwie nahe
kommt.
Robert Lindauer ist als alter Atariveterane ausgestattet mit allerelei
ausrangierten Synthies und Samplern und musikalisch stark geprägt
von Acts wie Skinny Puppy, Mareille Mathieu und den Legendary Pink
Dots.
Dazu kommt der Gesang von Katrin Ohlmann, der sich zwischen kaputtem
Chanson, Hanin Elias und Kirchenchor ansiedeln lässt und heraus
kommt ein wavig fragiler Sound der auch mal wütend um die Ecke
prügelt.
Das Ganze ist dann noch gespickt mit Texten die vor Melancholie
nur so triefen, obwohl sie häufig von Neuanfang und der Sonne
handeln. Das liegt wahrscheinlich daran, dass jeder Anfang auch
ein Ende bedeutet, und dass das bei Voleurs in jeder Zeile mitschwingt.
Vielleicht liegt den beiden deshalb auch ihr Hallgerät so am Herzen.
il sonne